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Published by Ann-Katrin Roscheck at 15. August 2016
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Von Kindern für Kinder: Virtuelle Kinderdorfführung entsteht in Bethanien

„Wir wollen euch etwas zu Partizipation erklären. Das heißt so etwas Ähnliches wie Mitzubestimmen“, erklärt die 11-jährige Mary Ann und blickt dabei in die Kamera, die im Wohnzimmer der Kinderdorffamilie aufgebaut ist. „Eher so etwas wie Mitspracherecht“, ergänzt der 12-jährige Niko. „Zum Beispiel dabei, wie wir unser Zimmer einrichten, aber auch dabei, wie wir uns in der Gemeinschaft beteiligen.“ Selbstbewusst wissen die beiden Kinder, was sie der Kamera zu sagen haben: Gemeinsam mit ihrer Kinderdorffamilie rund um Kinderdorfmutter Nicole Kommer haben sie vorab ein Drehbuch zum Thema „Partizipation im Kinderdorf“ geschrieben. Sie sind Teil eines neuen Medienprojektes, das zurzeit im Bethanien Kinderdorf startet.

Markus Grimm übernimmt die Umsetzung

Dabei verlässt sich das Kinderdorf auf einen medienpädagogischen Fachmann: Markus Grimm, Nachfahre von den Gebrüder Grimm, Hörbuchautor und Sprecher diverser Kinderbücher, Musiker und ausgebildeter Theaterpädagoge leitet die Projektarbeit. Vorsichtig führt er die Kinder an die neue Kamerasituation heran und stellt offen die Frage: „Was habt ihr zu sagen?“ Und die Kinder haben – nach anfänglicher Schüchternheit – viel zu sagen. „Es ist toll zu beobachten, wie die Kinder im Projekt Selbstvertrauen sammeln und immer mutiger werden“, schwärmt der Moerser. „Gleichzeitig lernen die Kinder einen gesunden Umgang mit den Medien, der in der heutigen Zeit enorm wichtig ist.“ Finanziert wird Grimms Arbeit und die Materialkosten über den Förderverein des Bethanien Kinderdorfes Eltville, der den Wert der medienpädagogischen Arbeit erkannt hat. Pünktlich zum Martinsmarkt am 13. November sollen die Ergebnisse dann präsentiert werden. Ob Schulklassen, Familien oder andere interessierte Schwalmtaler: Zukünftig kann jeder im Kinderdorf ganz selbstständig mit seinem Smartphone auf Entdeckungsreise gehen.

Über eine App kann das Kinderdorf zukünftig entdeckt werden

„Ab November werden Besucher hier im Kinderdorf die Möglichkeit haben, über QR-Codes, die mit dem Handy gescannt werden können, oder über das Internet unterschiedliche Film- und Textbeiträge abzurufen, die das Leben hier bei uns erklären“, beschreibt Kinderdorfleiter Dr. Klaus Esser. „Die Inhalte, die wir zeigen, haben die Kinder selbst erarbeitet. Sie stellen von Kindern für Kinder spielerisch das Kinderdorf vor.“ Elf verschiedene Themenbereiche werden in den Videos gezeigt: Es gibt zum Beispiel Infos zum Leben in den Gruppen, Beiträge zur Musikschule und dem heilpädagogischen Reiterhof, einen Film zum Thema Religion, einen weiteren zur Geschichte der Dominikanerinnen und auch einen Spot zum Thema Kinderrechte und Beteiligung. „Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Themen hilft den Kindern, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie sie anderen Kindern von ihrer speziellen Lebenssituation erzählen können“, erzählt der Kinderdorfleiter. „Übergreifend ist ein großes Ziel, andere Kinder und Jugendliche über die Sprache der Kinder auf die Arbeit hier in Bethanien aufmerksam zu machen, Hemmschwellen zu überwinden und Vorurteile abzubauen.“


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Ann-Katrin Roscheck

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